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Oktober 2026
 
 
 
 

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

 
 
 
   

welche Erkenntnisse können wir durch Perspektiven aus dem Globalen Süden auf internationale Entwicklungszusammenarbeit gewinnen? 

Dieser Frage gehen wir unter anderem bei den Potsdamer Afrikagesprächen 2026 nach. Neben einer Eröffnungsrede von Olaf Scholz (MdB) setzen wir in der Diskussion einen Fokus darauf, wie Stimmen aus dem Globalen Süden auf internationale Zusammenarbeit blicken und aktuelle Transformationsprozesse die Erwartungen an Partnerschaften in der Entwicklungspolitik prägen. Dieses Thema kommt zu einem günstigen Zeitpunkt, da die neue Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission (ENSK) erst vergangene Woche für ein erstes Treffen in Bangkok zusammengekommen ist. Die ENSK, ebenso wie die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:), fußt auf der Arbeit der Brandt Kommission und ihrer Forderung nach einer Neugestaltung internationaler Partnerschaften in einer zunehmend multipolaren Welt. Angesichts unseres 40-jährigen Jubiläums freuen wir uns daher insbesondere, mit unseren hochkarätigen Gästen über die Arbeit der ENSK und den Erkenntnisgewinn durch Perspektiven des Globalen Südens auf Partnerschaftlichkeit in der Entwicklungspolitik zu sprechen.  

Wie immer enthält dieser Newsletter zudem weitere Hinweise zu aktuellen Publikationen und Veranstaltungen von sef: und INEF. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! 
Beste Grüße

 
Dr. Miriam Tekath, Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)   Carolin Rosenberg, Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)    
 
Veranstaltungen

© eventfotograf.in

Unfeeling States? Foreign Aid, Racialized Emotions and the Death of Empathy

28. Oktober 2026, 12:15 Uhr, Duisburg

Im Oktober begrüßen wir Prof. Stephen Brown (Universität Ottawa/University Alliance Ruhr) am INEF, der im Rahmen eines Vortrags den zunehmenden Verlust an Empathie in der Entwicklungspolitik und dessen Auswirkungen thematisieren wird. Unter Rückgriff auf die Forschung zu Emotionen in der Politik argumentiert er, dass Empathie als rassifizierte Emotion fungiert, die bestimmt, wessen Leiden anerkannt und wessen ignoriert wird. Zur Untermauerung dieser These analysiert er die beispiellosen Kürzungen bei den öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA), die zunehmende Ausrichtung auf eine geberorientierte Entwicklungspolitik, die Rassifizierung der US-Außenpolitik sowie die Rolle des „Weißsein“ bei der außergewöhnlich hohen Unterstützung der Ukraine durch westliche Staaten.

Weitere Informationen zum Vortrag finden Sie hier.

© iStock/ismagilov

Writing the rules for a digital world: The EU AI Act and its global implications

Policy Lunch 2026
12. November 2026, 12.00 Uhr, Brüssel (auf Englisch)

Beim diesjährigen Policy Lunch diskutieren drei Expertinnen von der Europäischen Kommission, Forschung und Journalismus über die EU-Regulierung für den digitalen Raum und was sie für den Globalen Süden bedeuten. Jetzt anmelden!

© sef: (generated with the help of AI)

Big Tech als geopolitischer Akteur: Frieden und Entwicklung im digitalen Zeitalterer sein kann.

Bonn Symposium 2026
17. November 2026, Beginn 18:00 Uhr, Einlass 17:30 Uhr
Altes Rathaus Bonn

Bei der abschließenden Abendveranstaltung im Rahmen des Bonn Symposiums diskutieren u.a. Markus Beckedahl (Zentrum für Digitalrechte und Demokratie) und Carla Hustedt (Stiftung Mercator), über die Bedeutung digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz für Frieden und Entwicklung.

Außerdem steht der dritte und letzte Teil der Bonn Symposium Online-Serie an:

Amplifying Asymmetries? How AI is transforming labour markets and international diplomacy (auf Englisch)
28. Oktober 2026, 12:30 Uhr 
Kooperationspartner: Academy of International Affairs NRW (AIA)

Melden Sie sich jetzt hier an!

© photothek.net/Thomas Köhler & Thomas Imo

Welche Richtung braucht internationale Zusammenrbeit in Zeiten globaler Umwälzungsprozesse?

Potsdamer Afrikagespräche 2026
23.-24. November 2026, Brandenburg Museum, Potsdam

Nord–Süd oder Süd–Nord? Die Frage nach der Ausrichtung internationaler Zusammenarbeit prägt die Arbeit der Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission (ENSK). Als Ko-Vorsitzender der ENSK trägt Olaf Scholz (MdB und Bundeskanzler a.D.) entscheidend dazu bei, wichtige Impulse für die Gestaltung globaler Partnerschaften unter sich wandelnden politischen Bedingungen zu setzen. Wir freuen uns, dass er zu diesem Thema bei den Potsdamer Afrikagesprächen 2026 eine Keynote halten wird! 

Die Potsdamer Afrikagespräche bieten ein international und hochrangig besetztes Dialogformat und bringen multiple Perspektiven auf internationale Partnerschaften in der Entwicklungszusammenarbeit zusammen

Das Programm und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

© iStock/martin-dm

Sicherheit, Bevölkerungsschutz und Zusammenhalt in Sachsen und Europa

Vorbereitet auf die Krise? - Auftaktveranstaltung in Chemnitz
08. Dezember 2026, 18:00 Uhr, Einlass: 17:30 Uhr, Hartmannfabrik Chemnitz

Wie krisenfest sind Deutschland und Europa? Wie können wir Verteidigung, Bevölkerungsschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Angesichts wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen diskutieren wir zum Auftakt einer neuen Veranstaltungsreihe militärische, staatliche, europäische und gesellschaftliche Perspektiven auf Sicherheit und Krisenvorsorge.

Diskutieren Sie u.a. mit:
- S.E. Kai Jürgen Mikael Sauer, Botschafter Finnlands in Deutschland 
- Oberst Marco Tkotz, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen 

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Punlikationen

© Third World Quarterly
© Policy Studies

Transnationale Wirtschaftspolitik angesichts drastischer globaler Umweltveränderungen 

Neue Beiträge in „Third World Quarterly“ und „Policy Studies“

Zwei jüngst veröffentlichte Aufsätze des INEF-Mitglieds Matthias Kranke untersuchen, wie sich transnationale Wirtschaftspolitik angesichts tiefgreifender globaler Umweltveränderungen wandelt. Ein Aufsatz mit Cornel Ban (Copenhagen Business School) für „Third World Quarterly“ zeigt, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) nun zwar die Notwendigkeit von Klimapolitik stärker anerkennt, aber bei der Kreditvergabe an alten Mustern festhält. Von vier illustrativen Fällen leiten die Autoren eine starke Tendenz in Richtung eines grünen Neoliberalismus ab. In einem Beitrag in „Policy Studies“ untersucht Matthias Kranke die zahlreichen Indikatoren, die der Nordische Ministerrat zur Evaluierung der Entwicklung der Region nutzt. Insgesamt verfolgt der Ministerrat eine klassische Strategie inklusiven grünen Wachstums. 

© Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo)

Shades of Verification: Three Benchmark Understandings of Verification in NPT Review Cycles (2003–2022) 

Neuer Artikel in der „Zeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (ZeFKo)“

Welche unterschiedlichen Vorstellungen von „Verifikation“ gibt es im Rahmen des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT)? Diese Frage untersuchen INEF-Mitarbeiter Leonardo Bandarra und Lena Herholz in ihrem neuen Artikel anhand einer qualitativen Analyse von Arbeitspapieren, die zwischen 2003 und 2022 bei den Vorbereitungsausschüssen und Überprüfungskonferenzen des NPT eingereicht wurden. Sie identifizieren drei grundlegende Verständnisse von Verifikation: (1) Technikzentriert: bezogen auf technische Maßnahmen und Innovationen; (2) Legalistisch: ausgerichtet auf rechtlichen Verpflichtungen und festgelegte Verfahren; (3) Kontextbezogen: im Zusammenhang mit dem breiteren geostrategischen Umfeld. Der Beitrag hebt zudem hervor, wie Verifikation dazu beitragen kann, Differenzen zwischen Staaten zu überwinden und Fortschritte in allen drei Säulen des NPT voranzutreiben.

Berichte und Ergebnisse

© Julian Schindler/BICC

NRW: Zwischen Aufrüstung und innerem Frieden

Jahreskonferenz des Netzwerks Friedens- und Konfliktforschung NRW

Am 14. September 2026 fand in Bonn die Jahreskonferenz des Netzwerks Friedens- und Konfliktforschung NRW statt. Im Rahmen zweier Paneldiskussionen zu den Themen Aufrüstung und Migration erörterten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis aktuelle Herausforderungen der Friedens- und Konfliktforschung sowie Perspektiven für Frieden, Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Dr. Carmen Wunderlich, Leiterin des INEF-Forschungsbereichs „Konfliktdynamiken und Praktiken der Friedenssicherung“, teilte ihre Expertise im Panel „Frieden und ethisches Wirtschaften in Zeiten der Aufrüstung“. Als Nachfolgerin von Prof. Dr. Tobias Debiel repräsentiert Dr. Wunderlich das INEF zukünftig im Sprecherinnenrat des Netzwerks.

Einen ausführlichen Bericht zur Tagung finden Sie nun hier.

Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:)
Dechenstraße 2 | 53115 Bonn
sef@sef-bonn.org
www.sef-bonn.org

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Institut für Entwicklung und Frieden (INEF)
Lotharstraße 53 | 47057 Duisburg
inef-sek@uni-due.de
https://www.uni-due.de/inef/

© sef: 2026

Die Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) wurde 1986 auf Initiative von Willy Brandt gegründet. Sie ist eine überparteiliche und gemeinnützige Einrichtung. Die sef: bietet ein hochrangiges internationales Forum für das gemeinsame Nachdenken über die komplexen Herausforderungen der Globalisierung. Die sef: ist durch einen Kooperationsvertrag mit dem Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg- Essen verbunden. Das INEF schlägt mit seiner anwendungsorientierten Forschung eine Brücke zwischen Theorie und Politik.